Paul Gauguin wurde am 7. Juni 1848 in Paris, Frankreich geboren. Sein Vater Clovis war ein liberaler Journalist und seine Mutter war die Tochter der sozialistischen Schriftstellerin Flora Tristan y Morosco. Schon kurz nach der Geburt seines Sohnes mußte der Vater aus politischen Gründen Frankreich zu verlassen. 1849 siedelte die Familie sich nach Peru über, wo Gauguins Mutter einflussreiche Verwandte besaß und wo der Vater eine Zeitung gründen wollte. Dieser starb jedoch auf der Überfahrt. In den darauf folgenden Jahren lebte die Mutter mit den beiden Kindern – Paul und seiner älteren Schwester – bei ihrem Onkel in Peru. Nachdem nach 1853 in Peru ein Bürgerkrieg wütete, kehrte die Familie Gauguin nach Frankreich zurück.

Paul Gauguin besuchte in der Nähe von Orleans ein Internat. Immer wieder lebte er aber auch für einige Zeit bei seiner Mutter, die in Paris einen Schneidersalon eröffnet hatte. Paul Gauguin besuchte dort auch eine Marineschule. Im Alter von 17 Jahren schlug er eine Seemannslaufbahn ein. 1865 ging er als Offiziersanwärter in die Handelsmarine, später ging er zur Kriegsmarine. Auf diese Weise kam Paul Gauguin auch nach Südamerika, Indien und überquerte während einer Forschungsreise den Polarkreis. 1867 starb Gauguins Mutter. 1871 beendet Paul Gauguin seine Seemannslaufbahn.

1872 nahm Paul Gauguin eine Stelle bei einer Bank an. Er verdiente dort gutes Geld als Börsenmakler, spekulierte zudem erfolgreich auf eigene Rechnung und konnte sich so ein Leben im Luxus leisten. 1873 heiratete Gauguin die Dänin Mette-Sophie Gad, mit der er fünf Kinder hatte.

Sein Vormund Gustave Arosa war Kunstliebhaber und -sammler. Bei ihm zuhause lernte Paul Gauguin Werke von Eugène Delacroix, Gustave Courbet und Camille Corot kennen. Davon inspiriert nahm Paul Gauguin Mal-Unterricht und malte fortan in seiner Freizeit. 1876 wurde eines seiner Gemälde im Pariser Salon ausgestellt: Sous-bois à Viroflay, eine Landschaft im typischen Malstil der Barbizoner Schule. 1879 wurde Paul Gauguin eingeladen, an einer Gruppenausstellung von Impressionisten teilzunehmen. Er besuchte auch den impressionistischen Maler Camille Pissarro auf seinem Landsitz und lernte dort von ihm im Freien zu malen. Paul Gauguin nahm in der Forlge an vier weiteren Impressionisten-Ausstellungen teil. So lernte er viele weitere impressionistischer Maler kennen, darunter Edgar Degas, Pierre Renoir und Edouard Manet.

Nach einem Börsenkrachs 1882 gab Gauguin seinen Bankberuf ganz auf. Paul Gauguin hatte damit gerechnet, dass er sich mit seinen Gemälden schnell durchsetzen würde, jedoch konnte er sich damit erst in seinen letzten Jahren ein kleines Leben finanzieren. Er war sehr streitlustig und launenhaft, was ihm nicht sehr hilfreich war.Sein ganzes weiteres Leben war geprägt von permantenten Geldsorgen.

1886 zug Paul Gauguin für drei Monate nach Pont-Aven. Das kleine Fischerdorf war ein beliebter Künstler-Treffpunkt. Paul Gauguins Arbeiten fanden dort Anerkennung der anderen Maler. Wieder zurück in Paris, begann Gauguin zusammen mit einem Töpfer Keramiken erstellen. Die fantasievollen Gefäße spiegeln den Einfluss präkolumbischer Keramiken, die Paul Gauguin von seiner Kindheit in Peru kannte. Der finanzielle Erfolg kam aber auch hier nicht. Gegen Ende 1886 lernte Paul Gauguin Vincent van Gogh kennen.

1888 folgte Paul Gauguin einem Vorschlag von Vincent van Gogh, mit ihm im südfranzösischen Arles zu leben und zu arbeiten. Die von vielen Streitereien belastete Beziehung endete zwei Monate später in dem nie völlig geklärten Vorfall, in dem van Gogh sich nach einem Streit mit Paul Gauguin ein Stück seines Ohres abschnitt. Für Gauguin wurde die Situation unerträglich und er ging zurück nach Paris.

Schon längere Zeit hatte Paul Gauguin mit dem Gedanken gespielt, in den Tropen zu leben und zu malen. Zunächst wollte er auf die Insel Madagaskar oder Tahiti. Schließlich entschied er sich aber schließlich für Tahiti. In seiner Vorstellung war Tahiti ein exotisches Paradies, wo er ein ursprüngliches, glückliches und vor allem fast kostenfreies Leben führen könnte.

1891 schiffte sich Paul Gauguin sich nach Tahiti ein. Als er dort jedoch ankam, musste er sehen, dass die Realität mit seinen Erwartungen in keiner Weise zusammen passte. Christianisierung, Handel und Kolonialherrschaft hatten das Paradies zerstört. In der Hauptstadt Papeete lebten die Einheimischen in ärmlichen Wellblechhütten, anstatt der traditionelle Tracht trugen sie westliche Kleidung. Religion und Tradition waren von den Missionaren zerstört worden. Die weiße Oberschicht lebte ähnlich wie in westlichen Ländern. Paul Gauguin eine Hütte im Dorf Mataiea, 40 km von Papeete entfernt. Er lernte ebenfalls die Landessprache. Kurz darauf lebte er mit einer 13-jährigen Tahitianerin zusammen, die er oft malte. So entstanden viele Gemälde mit tahitianischen Motiven. Sie zeigen jedoch nicht das Tahiti , in dem Paul Gauguin lebte, sondern die farbenprächtige Welt, die er sich vorgestellt hatte.

Zu Beginn von 1892 spuckte Gauguin Blut und wurde ins Krankenhaus von Papeete eingeliefert, welches er aber kurz darauf wieder verließ. Das mitgebrachte Geld war verbraucht und Paul Gauguin kehrte nach Frankreich zurück. Er hoffte, dass die auf Tahiti entstandenen Gemälde ihm endlich den Durchbruch als gefeierter Maler bringen würden. 1893 war er wieder in Paris, die Reise wurde vom französischen Staat bezahlt.

Eine Ausstellung von Gauguins Gemälden fand kurze Zeit später statt. Sie wurde zwar von seinen Künstlerfreunden und von einer Gruppe von Schriftstellern sehr gelobt, stieß aber in der breiteren Öffentlichkeit weiter auf Unverständnis und Spott.

Ende 1894 beschloss Gauguin verbittert, sich endgültig von der zivilisierten Welt abzuwenden und nach Tahiti zurückzukehren. Im September 1895 traf Paul Gauguin wieder in Papeete ein; Leider musste er feststellen, dass die Europäisierung der Insel inzwischen noch weiter fortgeschritten war. Er baute sich an der Küste in der Nähe von Papeete eine traditionelle Hütte und wohnte wieder mit einem sehr jungen Mädchen zusammen. Mit ihr hatte er 2 Kinder, wovon eines sehr früh verstarb.

Paul Gauguins Gesundheitszustand verschlechterte sich immer mehr. Er Bekam Schmerzen im Bein und die Syphilis. Auch seine finanzielle Situation wurde katastrophal. Paul Gauguin lebte von Wasser und Reis. Nach einem Herzanfall nahm Paul Gauguin alle Kräfte zusammen und malte innerhalb von vier Wochen das sehr große Bild "Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?". Daraufhin unternahm er einen Selbstmordversuch mit Arsen der mißglückte, an dessen Folgen er wochenlang leiden sollte.

In Europa begann man allmählich, auf Gauguins Werk aufmerksam zu werden. Er konnte 1900 mit Ambroise Vollard, einem der einflussreichsten Kunsthändler dieser Zeit, einen Vertrag abschließen, der ihm ein kleines, aber regelmäßiges Einkommen sicherte. Damit war der Maler zum ersten Mal in der Lage, von seiner Malerei zu leben.

Auf Tahiti fühlte Paul Gauguin sich nicht mehr wohl. Die Insel war zu teuer geworden und zu sehr europäisch beeinflusst. Er zog 1901 nach Atuona, dem Hauptort der Marquesas-Insel Hiva Oa. Diese hatte ihre Ursprünglichkeit stärker bewahrt. Dort starb er 54-jährig am 8. Mai 1903. Er wurde auf Hiva Oa begraben.

Gemälde von Paul Gauguin:

Paul Gauguin Zwei Mädchen mit Mangoblüten
Paul Gauguin: Zwei Mädchen mit Mangoblüten

Paul Gauguin Die Küste von Bellangenay
Paul Gauguin: Die Küste von Bellangenay

Paul Gauguin Zwei Frauen von Tahiti
Paul Gauguin: Zwei Frauen von Tahiti

Paul Gauguin Vairumati
Paul Gauguin: Vairumati

Paul Gauguin Herrliches Land
Paul Gauguin: Herrliches Land

Paul Gauguin Die Mittagsruhe
Paul Gauguin: Die Mittagsruhe

Paul Gauguin Die Schmollende
Paul Gauguin: Die Schmollende

Aulistung von Werken von Paul Gauguin:

- Selbstporträt
- Blaue Dächer bei Rouen
- Der Tanz der vier Bretoninnen
- Landschaft auf Martinique
- Porträt des Vincent van Gogh, Sonnenblumen malend
- Frauen am Strand
- Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?
- Landschaft auf La Dominique
- Die Wäscherinnen von Pont-Aven
- Tangsammlerinnen
- Wie? Bist du eifersüchtig?
- Gegrüßet seist Du, Maria
- Der Markt
- Herrliches Land
- Gottes Sohn